Cremiges Butter Chicken

Authentisches indisches Butter Chicken serviert in traditioneller Kupferschale mit Basmatireis und Naan-Brot

Wenn es ein Curry gibt, das weltweit für pure Gemütlichkeit und geschmackliche Perfektion steht, dann ist es Butter Chicken (auf Hindi: Murgh Makhani). Eine samtige, aromatische Tomaten-Butter-Sauce, feine Gewürze und Fleisch, das sprichwörtlich auf der Zunge zergeht.D

och woher kommt dieses weltberühmte Gericht eigentlich?

Mythos entzaubert: Woher kommt Butter Chicken wirklich?

Viele verwechseln Butter Chicken oft mit Chicken Tikka Masala. Während das Tikka Masala tatsächlich eine britische Erfindung ist (es entstand in den 1970er-Jahren in schottischen Einwanderer-Restaurants für den britischen Gaumen), ist echtes Butter Chicken ein waschechtes indisches Original!

Es wurde in den 1950er-Jahren im legendären Restaurant Moti Mahal in Neu-Delhi erfunden. Die Köche dort standen vor der Frage, wie sie übrig gebliebenes Tandoori-Hähnchen saftig halten konnten, ohne dass es am nächsten Tag austrocknet. Ihre geniale Lösung: Sie warfen das Fleisch in eine cremige Sauce aus Tomaten, reichlich Butter, Sahne und milden Gewürzen. Das Ergebnis war eine kulinarische Offenbarung – und die Geburtsstunde des weltweiten Klassikers.

Das Herzstück: Frische Ingwer-Knoblauch-Paste (Ginger-Garlic Paste)

In der indischen Küche gibt es eine Grundzutat, ohne die fast kein herzhaftes Rezept auskommt: die klassische Ingwer-Knoblauch-Paste.

Man kann sie in gut sortierten Supermärkten oder im Asialaden fertig im Glas kaufen – aber ganz ehrlich: Frisch gemacht schmeckt sie um Welten aromatischer, feiner und fruchtiger! Sie verbindet die Schärfe des Ingwers mit der Würze des Knoblauchs und bildet die geschmackliche Basis für die Marinade und die Sauce.

Warum die Fleischqualität den Unterschied macht: Mein Geheimtipp Pollo Fino

Für mein Butter Chicken verwende ich am liebsten Pollo Fino – das ist ausgelöste Hähnchenoberkeule ohne Knochen.

Natürlich kannst du auch klassische Hähnchenbrust nehmen. Doch Hähnchenbrust neigt beim doppelten Garen schnell dazu, trocken und faserig zu werden. Pollo Fino hingegen ist leicht durchwachsen, bleibt extrem saftig und nimmt die Gewürze der Marinade unvergleichlich gut auf.

Regionale Qualität schmeckt man:Das Fleisch für meine Rezepte hole ich am liebsten ganz frisch direkt aus der Region – von unserem vertrauten Hofladen bzw. Marktstand hier gleich in der Nähe. Wenn Hähnchenfleisch langsam und artgerecht aufwachsen darf, schmeckt man das in jedem einzelnen Bissen. Es verliert beim Anbraten kein Wasser und bleibt herrlich zart. Support your locals – gute Herkunft lohnt sich immer!

Cremiges Butter Chicken

Authentisches indisches Butter Chicken serviert in traditioneller Kupferschale mit Basmatireis und Naan-Brot
Vorbereitungszeit 20 Minuten
Schmorzeit 30 Minuten
Gesamtzeit 50 Minuten
Portionen: 4 Portionen
Kalorien: 900

Zutaten
  

Ingwer-Knoblauch Paste:
  • 4 große Knoblauchzehen grob gehackt
  • 3-4 cm frischer Ingwer geschält und grob gehackt
  • 5 EL Olivenöl
Für das marinierte Hähnchen:
  • 600 g Pollo Fino Hähnchenoberkeule ohne Kochen, alternativ Hähnchenbrust) in mundgerechte Würfel geschnitten
  • Hälfte der selbstgemachten Ingwer-Knoblauch-Paste
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1/2 TL Chillipulver (nach Schärfe-Vorliebe)
  • 1 TL Tandoori-Gewürzmischung (optional, gibt tolle Farbe und Aroma)
  • 1 TL Salz und Pfeffer
Für die milde Butter-Chicken-Sauce:
  • 1 große Zwiebel fein gehackt
  • 1 Chilli fein gehackt
  • Hälfte der selbstgemachten Ingwer-Knoblauch-Paste
  • 4-5 große reife Tomaten geviertelt
  • 1 handvoll Cashewkerne
  • 1 EL Zucker oder Honig zum karamelisieren
  • 1 TL Garam Masala
  • 1 TL gemahlener Koriander
  • 1/2 TL Kurkuma
  • 1 kleiner Schuss Essig für die Säure
  • 80 g Butter
  • 100 ml Sahne
  • Salz und Pfeffer zum abschmecken

Zubereitung
 

  1. Paste & Marinade vorbereiten: Den geschälten Knoblauch und den grob gehackten Ingwer zusammen mit reichlich Öl in ein hohes Gefäß oder eine kleine Schale geben. Mit dem Pürierstab zu einer feinen Paste verarbeiten.
  2. Fleisch marinieren: Das gewürfelte Pollo Fino in eine Schüssel geben. Die Hälfte der Paste sowie Garam Masala, Koriander, Kurkuma, Chili, Tandoori-Gewürz, Salz und Pfeffer gründlich einmassieren. Mindestens 1 Stunde im Kühlschrank ziehen lassen.
  3. Fleisch anbraten: Eine weite Pfanne erhitzen und die marinierten Hähnchenstücke bei mittlerer bis hoher Hitze von allen Seiten scharf anbraten.
    Das Fleisch muss noch nicht durchgegart sein – es soll lediglich feine Röstaromen bekommen. Aus der Pfanne nehmen und kurz auf einem Teller beiseitestellen.
  4. Die Sauce ansetzen & pürieren:
    In derselben Pfanne ein Stückchen Butter (ca. 30 g) schmelzen. Die gehackte Zwiebel hineingeben und mit 1 Esslöffel Zucker (oder etwas Honig) bestreuen. Bei mittlerer Hitze sanft glasig dünsten und leicht karamellisieren lassen.
    Die restliche Ingwer-Knoblauch-Paste, die gehackte Chili sowie die Tomatenviertel und die Cashewkerne dazugeben.
    Mit Garam Masala, Koriander, Kurkuma, Salz, Pfeffer und einem kleinen Schuss Essig würzen.
    Bei geschlossenem Deckel ca. 20 Minuten sanft köcheln lassen, bis die Tomaten weich zerfallen sind. Sollte die Masse zu trocken werden, einfach einen kleinen Schuss Wasser ergänzen.
    Den gesamten Pfanneninhalt in ein hohes Gefäß oder einen Topf füllen und mit dem Pürierstab samtig-fein pürieren, bis keine Tomaten- oder Cashewstückchen mehr zu sehen sind.
  5. Das Finale in der Pfanne:
    Die pürierte Sauce zurück in die Pfanne gießen.
    Die Sahne und das restliche Stück kalte Butter (ca. 50 g) einrühren, damit die Sauce ihren typischen, glänzenden Schmelz erhält.
    Die angebratenen Hähnchenstücke mitsamt dem ausgetretenen Fleischsaft in die Sauce geben.
    Bei sanfter Hitze noch ca. 8–10 Minuten gar ziehen lassen, bis das Fleisch butterzart ist. Noch einmal mit etwas Salz abschmecken.
  6. Servieren & Genießen:
    Richte das heiße Butter Chicken am besten stilecht in einer Schale an. Mit einem letzten kleinen Schuss Sahne, etwas frischem Koriander und Limettenspalten garnieren.
    Dazu passt duftender, lockerer Basmatireis – und natürlich selbstgemachtes, noch ofenfrisches Garlic Naan! (Das Rezept für mein gelingsicheres Knoblauch-Naan-Brot aus der Pfanne verrate ich euch im nächsten Beitrag!)
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